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Ressort | Thema | Gegenstand |
Kultur | Theater | Dramen des 18. Jahrhunderts |
Politik | Außenpolitik | Nahost-Konflikt |
Sport | Fußball | Bundesliga |
Technik | Maschinenbau | Antriebstechnik |
Wirtschaft | Börse | Internationale Aktienindizes |
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Allrounder verfügen in erster Linie über Formalkompetenz, d. h. sie kennen die journalistischen Arbeitstechniken und wissen, wie man sich in neue Themengebiete einarbeitet. Fachjournalisten verfügen darüber hinaus über Fachkompetenz, kennen sich also inhaltlich gut in ihrem Berichterstattungsfeld aus, so dass eine permanente neue Einarbeitung entfällt. Von den Rezipienten werden Fachjournalisten daher als Meinungsführer oder gar als Berater gesehen.*5
Ausgeprägtes Fachwissen fehlt in der Regel bei Allroundjournalisten, deren klassische Ausbildung auf Breite und nicht Tiefe ausgerichtet ist. Mit ihrer breit angelegten Allgemeinbildung können sie über viele Bereiche schreiben; ihre Grenzen liegen aber dort, wo ihre Allgemeinbildung endet oder die Zeit knapp ist, sich von Null an über den Berichterstattungsgegenstand zu informieren. Nur Fachleute ihres Wissensgebietes sind in der Lage, ihr fundiertes Wissen einem interessierten Publikum professionell zu vermitteln.
Fachjournalisten publizieren sowohl in Fach- als auch in Publikumsmedien. Im ersten Fall wenden sie sich an Personen mit beruflichem Interesse an Fachwissen, mit denen sie bereits eine gemeinsame Sprache sprechen. Im zweiten Fall besteht die Zielgruppe aus Laien, für die die Materie in allgemein verständliche Sprache "übersetzt" werden muss.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Unterschiede zwischen den beiden Journalismus-Formen:
Unterscheidungskriterium | Allround-Journalist | Fachjournalist |
Kompetenz | Formalkompetenz (Schreiben) = Einfachkompetenz | Formalkompetenz (Schreiben) + Fachkompetenz (Berichterstattungsfeld)= Doppelkompetenz |
Wissensbasis | breit, flach (Allgemeinbildung) | tief, spezialisiert auf Ressort, Thema oder Gegenstand (Fachwissen) |
Informationsverarbeitung | nacherzählen, zusammenfassen, kommentieren | analysieren, beschreiben, erklären, interpretieren, evaluieren |
Darstellungsformen | Meldung, Nachricht, Bericht, Reportage, Interview, Leitartikel, Kommentar, Rezension, Feature, Essay, Glosse | dito + Fachartikel, Anwenderbericht, Fallstudie, Firmenportrait, Konferenzbericht, Netzdossier, Netzreportage, Publi-Reportage, Pro/Contra-Artikel, Produktvorstellung, Roadmap; Success Story, Testbericht, White Paper.*6 |
Medien | Publikumsmedien | Publikumsmedien + Fachmedien |
Qualität des Contents | Information | Wissen |
Rezipienteninteresse | Unterhaltung, Information, Bildung | Privates oder berufsbedingtes Interesse am Gegenstand |
Zeithorizont der Inhalte | kurzfristig (täglich / wöchentlich) | mittel- + langfristig |
Nach Ansicht von Prof. Quandt handelt es sich beim Wissenschaftsjournalismus um eine Art Allround-Journalismus für alle Wissenschaften. In ihrem Selbstverständnis konzentrieren sich Wissenschaftsjournalisten vornehmlich auf die Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik) und ihren Anwendungsgebieten wie Technik und Medizin. Das Problem: „Eine solche leibnitzhafte Universalität ist heute wissenschaftlich und journalistisch illusionär.“*7 Wissenschaftsjournalismus ist daher eher ein Oberbegriff für eine Teilmenge von Fächern.
Fachjournalismus ist seit den 1980er Jahren ein Erfolgsbegriff. Die Nachfrage von Lesern, Zuschauern und Zuhörern nach fachlich fundierten Beiträgen steigt, wie die beständige Zunahme und Ausdifferenzierung der Fach- und Publikumsmedien beweist. Auch die Nachfrage der Medien nach Fachjournalisten wächst. Die Honorare liegen heute im Schnitt 30% über dem für Allroundjournalisten. Qualität hat eben ihren Preis.
Der Hintergrund für das steigende Interesse ist, dass sich moderne Gesellschaften wie unsere unaufhaltsam in Wissensgesellschaften entwickeln, in denen Wissen der zentrale Standort- und Wettbewerbsfaktor ist und wissensintensive Industrien den höchsten Anteil am Bruttoinlandsprodukt erwirtschaften.
Wissensgesellschaften sind gekennzeichnet durch eine exponentielle Zunahme des Wissens bei seiner gleichzeitigen Fragmentierung. Das betrifft vor allem Fachwissen. Doch selbst das, was früher unter Allgemeinbildung (Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport usw.) gefasst wurde, differenziert sich immer mehr aus und kann schon heute kaum noch überblickt werden.
Fachjournalismus boomt nach wie vor – und ein Ende ist nicht in Sicht. Wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung und der Universität Münster aus dem April 2003 herausgefunden hat, wird der Bedarf an fachlich kompetenter Berichterstattung in Zukunft weiterhin stark ansteigen. Der Kurzbericht Nr. 10/99 des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwartet, dass "Publizieren" zu den Dienstleistungsbereichen gehört, die bis 2010 (und darüber hinaus) am stärksten wachsen.
Der Allroundjournalismus steckt dagegen in der Krise. Das Verhältnis zwischen fest angestellten Redakteuren zu freien Journalisten hat sich seit Ende der 1990er Jahre drastisch zulasten der ersten Gruppe verschoben. Die Arbeitslosenquote ist hoch, Tarifflucht ausgeprägt, Outsorcing und Zeitarbeit nimmt große Ausmaße an. Die Verdienstchancen von freien Allroundern sind äußerst betrüblich – die Konkurrenz ist groß und hart.